Neues von der Oracle Open World und der DOAG Konferenz

In jedem Herbst finden zwei große Konferenzen zum Thema Oracle Datenbanken statt: Die Oracle OpenWorld in San Francisco und die DOAG-Konferenz in Nürnberg. its-people war auf beiden Veranstaltungen vertreten.
Hier wollen wir nun die Neuigkeiten aus Sicht der Datenbank eingehender beleuchten.

Hype-Themen: alles in die Cloud und In-Memory

»Cloud« und »In-Memory« konnte man auf keiner Veranstaltung aus dem Weg gehen.

Oracle setzt voll auf die Cloud in allen Variationen und sieht in diesem Bereich offenbar seine Zukunft.

Plattform-, Infrastruktur-, Datenbank-, Software- as a Service

PaaS, IaaS, SaaS und DBaaS, kurz XaaS, also alles in allem Varianten als Service in der Cloud. So konnte man die Message der Keynote von Larry Ellison zusammenfassen. Oracle hat den Ankündigungen Taten folgen lassen: mittlerweile kann man beinahe alle Produkte von Oracle auch in der Cloud betreiben.

Für Datenbankentwickler scheint das auf den ersten Blick wenig spannend zu sein. Schließlich ist es egal in welchem Rechenzentrum die Datenbank gehosted wird. Allerdings betreibt Oracle seine Rechenzentren ausschließlich mit eigener Software. Die beim Betrieb gemachten Erfahrungen fließen unmittelbar in die Weiterentwicklung der eingesetzten Produkte ein. Das verbessert die Qualität spürbar, egal ob Datenbank (z.B. die Multitennant Option oder ASM), Middelware (z.B. Weblogic), Betriebssystem, (Linux oder Solaris) oder die Virtualisierung mit Oracle VM Server.

Der produktive Betrieb von Anwendungen in der Cloud kommt für viele deutsche Kunden aus unterschiedlichen Gründen noch nicht in Frage. Aber auch für diese Zielgruppe bietet die Cloud Flexibilität, wenn es darum geht, in Minuten eine Entwicklungsumgebung mit beliebig konfigurierbaren Leistungsparametern bereitzustellen.

Zwei Cloud-Rechenzentren in Deutschland

Am Rande der Open World gab Oracle bekannt, zwei Cloud-Rechenzentren in Deutschland zu eröffnen. Als Standorte wurde München und Frankfurt ausgewählt. Das soll insbesondere die Kunden anziehen, die ihre Daten nicht im Ausland gelagert haben wollen.

Oracle In-Memory Option

Im Sommer kam mit dem Datenbank Release 12.1.0.2 die In-Memory Option. Mit ihr zieht Oracle mit den anderen Anbietern gleich und hat endlich auch eine In-Memory Lösung im Angebot.

Aus meiner Sicht ist der Oracle-Ansatz die eleganteste Lösung im Markt: Es muss keine Entscheidung zwischen spalten- und zeilenorientierter Speicherung gefällt werden. Jede normale Tabelle kann mit einem simplen »alter table TABELLENNAME inmemory;« in den Hauptspeicher geladen werden.

In-Memory beschleunigt die meisten Abfragen. Oracle spricht von Faktoren zwischen 10 und 1000. In Einzelfällen können die Werte deutlich darüber liegen.

Die neue Technologie hat natürlich ihren Preis: Sie ist nur als Option der Enterprise Edition zu haben. Die Option kostet (nach US-Preisliste) mit $23.000,- pro Prozessor etwa halb so viel wie die EE selbst ($47.000,-).

In Anbetracht dieser Summen lohnt es sich, über herkömmliches Abfrage-Tuning nachzudenken, bevor man Technologie auf bestehende Anwendungen wirft.

Annäherung an Big Data No-SQL – Erweiterungen für Webprogrammierer

Abseits der Hypethemen gab es noch mehr zu entdecken, was im Marketing Getöse beinahe untergegangen ist:

Mit Big Data SQL kann in einer Abfrage relationale, NoSQL und Hadoop-Datenquellen aus der Oracle Datenbank heraus angezapft werden.

No-SQL Features und Interfaces sind für das RDBMS in der Entwicklung.

JSON Unterstützung

Das Dateiformat JSON (kurz für »JavaScript Object Notation«) erfreut sich nicht nur unter Web-Entwicklern hoher Beliebtheit. Wegen seiner Einfach- und Kompaktheit ist es auf dem besten Weg, XML als universelles Austauschformat den Rang abzulaufen.

Oracle wiederholt den Fehler, der mit XML gemacht wurde nicht. Es gibt keinen eigenen Datentyp. JSON-Dokumente werden in VARCHAR2 oder LOB-Spalten abgelegt. Mit dem neuen Operator »is_json« kann in Check-Constraints oder Abfragen überprüft werden, ob es sich bei den Inhalten um valide JSON-Dokumente handelt.

In SQL-Abfragen wird dem Interpreter mit dem Schlüsselwort »FORMAT JSON« angekündigt, dass es sich um JSON-Dokumente handelt. Mit den neuen SQL-Funktionen und Bedingungen für JSON (json_value, json_query, json_table, json_exists) können die Werte extrahiert werden.

Die SQL Erweiterungen wurden zusammen mit IBM entwickelt und werden vermutlich bereits in den nächsten SQL-Standard aufgenommen.

Javascript: Nashörner und Avatare

Die meisten Webentwickler beherrschen Javascript, während die klassischen Datenbank-Programmiersprachen auf dem Rückzug sind.

Ab Oracle 12c kann man Javascript in der Datenbank programmieren. Das Projekt „Nashorn“ implementiert eine Javascript-Eninge in Java. Diese kann in der Datenbank laufen, wenn die dortige Java-Version auf Version Sieben aktualisiert wird. Für Oracle 12c gibt es ein Perl-Script, dass das erledigt.

Mit Nashorn können beliebige Java-Script Programme ausgeführt werden. Dabei ist es egal, ob sie direkt in der Datenbank abgelegt oder aus dem Dateisystem nachgeladen werden. Da sie in der Java-Engine der Datenbank laufen, haben sie Zugriff auf den nativen JDBC-Treiber mit der lokalen Verbindung zur Datenbank-Session. Der Aufruf aus PL/SQL erfolgt über die üblichen Wrapper-Funktionen.

Projekt „Avatar“ ist ein Web-Framework, das bei der Entwicklung moderner HTML5-Webanwendungen hilft. Mit Hilfe von Nashorn kann Avatar komplett in der Datenbank betrieben werden.

Node.js

Node.js, das die Ausführung von Javascript auf dem Server erlaubt, erfreut sich zunehmender Beliebtheit. Es ermöglicht das Erstellen von Batchprozessen und Server-Programmen in Javascript.

Das herausragende Merkmal von Node.js ist die Non-Blocking Architektur, die es prädestiniert für Server-Anwendungen die flexibel skalieren müssen. Oracle hat einen nativen Treiber angekündigt, der »in Kürze« veröffentlicht werden soll.

 

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