Oracle 12c – die Datenbank für die Wolke

Vor einigen Wochen hat Oracle das neue Major-Release der Datenbank in die Öffentlichkeit entlassen. Oracle 12c steht für die Plattformen Solaris (Sparc und x86), Linux und Windows jeweils als 64-Bit Download bereit.
Einzig der Client für Windows ist auch als 32-Bit Variante zu haben.

Wer überprüfen will, ob es sich um echtes Major-Release handelt, braucht nur einen Blick in den New-Features Guide zu werfen. Beinahe 130 Seiten stark, mit mehr als 500 Einzelverbesserungen,  beweist er eindrucksvoll, dass die neue Versionsnummer 12.1 berechtigt ist. Für das Marketing heißt die Datenbank 12c – das „c“ steht für Cloud.

Es besteht zur Zeit kein Druck, bestehende Datenbanken, die bereits auf 11g laufen, zügig auf 12c zu migrieren. 11g wird noch einige Jahre unterstützt, sodass die alte Regel „Keine Migration vor dem ersten Patchset“ getrost befolgt werden kann!

Wegen der umfangreichen Veränderungen am Optimizer sollte vor einer Migration dann nicht nur fachlich, sondern vor allem auch auf Performance getestet werden, damit es keine bösen Überraschungen bei liebevoll getunten Statements aus der Vorversion gibt …

Für neue Projekte jedoch gibt es nur wenig Ausreden, noch in der alten Version zu starten. Die Basis-Features sind ausgereift und seit Jahren stabil und auf Bugs und Probleme in der Entwicklungsphase des neuen Projektes kann typischerweise flexibel reagiert werden.

Das herausragende Feature des neuen Releases ist sicherlich die Mandantenfähigkeit (Multitenant Architecture) und die damit einhergehenden Pluggable Databases (PDB). Für dieses Feature wurde das Data-Dictionary aufgeräumt und streng nach User- und System-Daten getrennt. Das ermöglicht zukünftig eine sehr schnelle Migration auf neue Releases.

Die Verwendung mehrerer PDB’s in einer Container Datenbank (CDB) skaliert auch deutlich besser, als die bisherige Variante, mehrere Instanzen parallel zu betreiben. Es wird nur  ein Satz an Systemprozessen gestartet und Ressourcen wie RAM werden dynamisch zugewiesen.

Die Multitenant Architecture kann mit jeder Datenbank-Edition kostenfrei verwendet werden, solange nur eine PDB eingerichtet wird. Erst wenn mehrere PDBs in eine CDB eingestöpselt werden sollen, wird die Enterprise Edition mit der kostenpflichtigen Multitenant-Option gebraucht.

Diese neue Architektur eröffnet die Möglichkeit, Datenbank-Applikationen als komplett fertig konfigurierte PDB auszuliefern, die nach dem kopieren ohne umständliche Installations- und Datenimportskripte in Sekunden einsatzbereit sind.

Endlich ist es möglich, Varchar2 Spalten mit 32000 anstatt bislang 4000 Zeichen Inhalt anzulegen. Dieses Feature ist aber standardmäßig deaktiviert und muss erst per Skript eingeschaltet werden. Damit ist endlich genügend Platz für Unicode-Umstellungen und es vereinfacht Migrationen von anderen Datenbanken, die schon länger mehr Platz in Varchar-Spalten bieten.

Achtung: Dieser Weg ist allerdings eine Einbahnstraße: Überlange Varchar2-Spalten werden ähnlich wie CLOBs außerhalb der Datenzeilen gespeichert und die nötigen Änderungen im Data-Dictionary lassen sich nicht rückgängig machen. Ab diesem Zeitpunkt ist damit auch ein Downgrade auf 11g unmöglich.

Es gibt noch viele weitere spannende neue Features, wie Storage-Heatmaps, die Datensätze automatisch schnellen Datenträgern (z.B. SSD’s) auf langsamere  verschoben werden, wenn sie nicht mehr so häufig abgefragt werden.

Unsere Berater haben sich bereits intensiv mit dem neuen Release beschäftigt und untersützen Sie natürlich gerne, wenn es um Fragen der Migration oder Evaluierungen der Vorteile des neuen Releases geht.

Über dieses Feature und viele weitere, z.B. aus dem Bereich Security oder SQL-Erweiterungen werden wir in nächster Zeit hier auf unserem Blog berichten.

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