Die wirklich guten Oracle Datenbank Spezialisten finden (m/w)

Den richtigen DBA oder Oracle Datenbank-Entwickler zu finden ist nicht einfach, denn Oracle Spezialisten gibt es viele, zumindest solche, die sich so nennen.

Aber wie kann man die Guten von den Blendern unterscheiden?

Bei its-people führen wir viele Job-Interviews und haben dabei mittlerweile eine Menge an Erfahrung gesammelt, die wir hier gerne mit Ihnen teilen.

Die folgenden Punkte sollen als Leitfaden dienen, damit auch Sie die richtig Guten für Ihr Unternehmen finden:

  • Zertifizierungen alleine sind kein Kriterium
    Viele gute Oracle-Spezialisten haben sich zertifizieren lassen. Eine Zertifizierung setzt ein großes Investment von Zeit und Geld für die Vorbereitungskurse voraus. Das ist für sich gesehen natürlich positiv zu bewerten.
    Ein Zertifikat bescheinigt allerdings in der Regel nur theoretisches Wissen und sagt gar nichts über die Praxiserfahrung aus, die den Großteil eines guten Spezialisten ausmacht. Insbesondere, wenn ein Kandidat ausschließlich seine Zertifikate hervorhebt, ist Vorsicht geboten. Auf der anderen Seite gibt es viele gute Leute, die nicht zertifiziert sind und das auch nicht vorhaben. Das ist absolut kein Grund, sie nicht doch einzustellen.
  • Stellen Sie keine Syntax-Fragen
    Die Syntax von SQL-Befehlen ist einfach nachzuschlagen und in Zeiten von Internet und Google den Speicherplatz im Gehirn nicht wert. Es ist absolut unwichtig, ob sich jemand an die exakte Reihenfolge von Schlüsselwörtern in einem Befehl erinnern kann. Wichtiger ist zu wissen, wonach zu suchen ist und welche Seiten am schnellsten zu verlässlichen Ergebnissen führen.
  • Spezialisten befragen Spezialisten
    Holen Sie jemanden mit ins Gespräch, der sich mit der Materie auskennt. Ansonsten haben sie wenig Chancen, Angeber, die sich zwar gut präsentieren können, aber nur Buzzword- kompatibel sind, zu identifizieren.
  • Alles hinterfragen, was im Lebenslauf angegeben wurde
    Der Lebenslauf wird zum Vorselektieren der Kandidaten herangezogen. Entsprechend verführerisch ist es, sein Wissen durch Allgemeinplätze in besserem Licht dastehen zu lassen.
    Tauchen dort Stichpunkte wie „Performance Tuning“, „Backup und Recovery“ oder „Oracle RAC“ ohne weitere Detaillierung auf, hinterfragen Sie das bitte. Nehmen wir das Beispiel Tuning. Lassen Sie den Bewerber sein letztes Tuning-Projekt beschreiben: Was war die Ausgangslage, was das Ziel? Wie war das Vorgehen, woher kamen die benötigten Daten? Unterbrechen Sie den Redefluss mit „Was wäre wenn“- und „Warum haben Sie das so gemacht“-Fragen um ein Gefühl für den Problemlösungsprozess des Kandidaten zu bekommen. An dieser Stelle bietet sich auch ein perfekter Anknüpfungspunkt um technisches Wissen zu abzufragen. Tuningspezialisten sollten nicht nur wissen, was „Waitevents“ sind und wie sie sich von „Latches“ unterscheiden, sondern auch eine ganze Liste von ihnen benennen und erklären können.
  • Projekterfahrungen beschreiben lassen
    Die bereits durchgeführten Projekte sind natürlich besonders spannend, lassen sie doch auf die Praxiserfahrung des Bewerbers schließen.
    Lassen Sie sich die Details einiger im Lebenslauf aufgeführten Projekte ausführlich erzählen. Fragen Sie nach Details, z.B. nach Herausforderungen und Lösungswegen. Wenn der Kandidat ins Schwimmen gerät, war die Rolle im Projekt vielleicht doch nicht so groß und verantwortungsvoll, wie er Sie im Lebenslauf glauben lassen wollte.
  • Spezialfeatures sind in der Regel unwichtig
    Niemand kann alles wissen, aber gute Leute können sich schnell in alle Spezialfeatures einarbeiten. Solange die tiefe Kenntnis eines speziellen Features, wie z.B. Spatial oder Workspace Manger nicht essentiell für die ausgeschriebene Stelle ist, gibt es keinen Grund, einen Kandidaten mit Detailfragen darüber zu verunsichern und damit unnötige Spannung in die Gesprächsatmosphäre zu bringen. Es sei denn, er hat die Kenntnis darüber im Lebenslauf herausgestellt.
  • DBAs müssen auch ohne Hilfsmittel auskommen
    Antworten wie „Ich hab das mit dem Enterprise Manager gemacht“ oder „Da gibt es ein Skript für“ sollten die Alarmglocken schrillen lassen.
    Hier ist unbedingt nachzuhaken: Was ist das für ein Skript? Von wem? Ist es universell einsetzbar? Wo sind die Einschränkungen? Was ist, wenn der Enterprise Manager nicht verfügbar ist, oder selbst das Problem hat?
    Ein guter DBA weiß, wie seine Datenbank funktioniert und braucht keine Werkzeuge. Es ist ok, ein Werkzeug zu benutzen um Aufgaben zu automatisieren oder Zeit zu sparen, aber er sollte immer im Detail wissen, was passiert und wir man die Aktionen auch manuell auslösen kann.
  • Englisch und Evangelisten
    Die Oracle Datenbank ist ein amerikanisches Produkt. 90% der Literatur und die komplette Dokumentation ist auf Englisch geschrieben. Ein Oracle-Spezialist muss zumindest ein solides Leseverständnis der englischen Sprache haben, ansonsten hat er verloren.
    Es gibt ein paar Evangelisten, die jeder Oracle Spezialist kennen sollte. Tom Kyte zum Beispiel. Ein PL/SQL Entwickler, der noch nie etwas von Steven Feuerstein gehört oder gelesen hat, kann sich noch nicht intensiv mit seiner Programmiersprache auseinander gesetzt haben. Niemand erwartet, dass man diese (englischsprachigen) Gurus schon einmal persönlich gesehen hat. Aber einordnen sollte jemand, der wirkliches Interesse an der Datenbank hat, sie schon können. Es gibt natürlich viele sehr gute Evangelisten da draußen. Jeder zählt. Es geht hier um die Idee.
  • Technisches Basiswissen abfragen
    Das wichtigste ist natürlich herauszufinden, ob tatsächlich fundiertes Basiswissen vorhanden ist. Mit einer kurzen Serie von fünf bis zehn Fragen sollte ein guter Techniker erkennbar sein. Natürlich gehören Rück- und Nachfragen mit zum Spiel.

Hier sind ein paar Beispiele sowohl für Entwickler als auch für DBAs:

  • Was bedeutet „Snapshot too old“ ?
    Diese Frage ist ein echter Klassiker, den man hervorragend zum Filtern heranziehen kann. DBAs müssen wissen, dass es mit mehr oder größeren Rollback-Segmenten in der Regel nicht getan ist.
    Spätestens mit ein paar sanften Tipps von Ihrer Seite müsste bald eine Beschreibung der Lesekonsistenzmechanismen der Datenbank kommen. Wenn nicht, können Sie für einen DBA das Gespräch an dieser Stelle eigentlich beenden. Auch erfahrene Entwickler sollten in ihrer Karriere schon einmal über dieses Problem gestolpert sein und sich mit dem Thema beschäftigt haben.
  • Zufälliges Wait-Event
    Suchen Sie sich ein Wait-Event heraus und fragen Sie danach. Jeder Oracle Spezialist muss wissen, was Wait-Events sind und wie man herausfindet, worauf eine Session wartet.
    DBAs, die sich Tuning auf die Fahnen geschrieben haben, müssen viele Events auswendig beschreiben können und nicht nur wissen, was sie bedeuten, sondern auch wie sie berechnet werden und wie die Parameter verwendet werden. Außerdem sollte an dieser Stelle auch aus eigenen Projekteerfahrungen berichtet werden.
  • Wie finde ich die Session zu einem Betriebssystemprozess heraus?
    Das zugehörige SQL sollte jeder Spezialist – egal ob DBA oder Entwickler – im Schlaf herunterbeten können.
  • Was ist der Unterschied zwischen v$ und Gv$-Views?
    Niemand, der behauptet sich mit RAC auszukennen, muss über die Antwort auf diese Frage nachdenken.
  • Nennen Sie ein 12c Feature, dass Sie besonders interessant finden
    OK, 12c ist noch nicht auf dem Markt. Und vermutlich wird es noch eine Zeit dauern, bis die neuen Features in den normalen Projekten ankommen. Aber eine fundierte Neugier sollte man von Spezialisten erwarten können. Das zeigt nicht zuletzt auch die Bereitschaft, sich selbst auf dem neuesten Stand zu halten.
  • Wie funktioniert ein Commit?
    Entwickler müssen wissen, wann Daten final in Tabellen geschrieben werden, wann andere Sessions die Änderungen lesen können, und wieweit man im Fehlerfalle Transaktionen wieder rückgängig machen kann.
  • Welche Möglichkeiten habe ich, SQL innerhalb von PL/SQL auszuführen
    Brot und Butter für Entwickler. In der Antwort müssen Stichworte wie Implizite- und Explizite Cursor, dynamisches SQL und Bulkcollect fallen.
    Außerdem sollten Sie – zumindest auf Nachfrage – einen Exkurs über Collections und Records bekommen.

Wir wünschen Ihnen nun viel Glück bei der Auswahl des für Sie richtigen Oracle Datenbank Spezialisten!

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