Die Top-Ten der methodischen Fehler im Software-Testing: Platz 6 – Keine Testmethodik

Software-Tests werden in der Regel relativ planlos durchgeführt. Aufgrund fehlender Testfallbeschreibungen und Testpläne lassen sich oft nur intuitive Tests innerhalb der Testausführung realisieren. Der Einsatz einer Testmethodik hilft dabei, alle Testthemen – insbesondere die Aufgaben Testspezifikation und Testvorbereitung – im Vorfeld einer Testdurchführung zu behandeln. Hierdurch werden die Risiken in Bezug auf Störungen innerhalb der Tests deutlich reduziert.

Ferner lassen sich durch den Einsatz weiterentwickelter Testfallableitungstechniken präzisere Testfälle mit einer besseren Testüberdeckung realisieren. Sind alle Testfälle, Testdaten und Testumgebungen dokumentiert, so sind die Voraussetzungen zur Einführung eines KVP (Kontinuierlichen-Verbesserungs-Prozesses) gegeben.

Doch wie entwickelt man eine geeignete Testmethodik?

Eigentlich ist das nicht mehr notwendig, denn es gibt erfreulicherweise bereits einige Testmethodiken am Markt, wie das TMap (Test Management Approach). Auch in den ISTQB Best-Practices (International Software Testing Qualifications Board) finden sich die wichtigsten Testthemen wie auch ein Testphasen-Modell (der fundamentale Testprozess).

Es empfiehlt sich, diese Konzepte beziehungsweise dieses Wissen – durch eigene Anpassungen oder Erweiterungen modifiziert beziehungsweise ergänzt – im konkreten Umfeld einzuführen.

In diesem Zusammenhang möchte ich nicht vergessen auf die Bedeutung des Unternehmensleitbildes einzugehen. Dieses sollte, auf das Unternehmen bezogen, die wichtigsten Faktoren, also Unternehmensauftrag (? „Mission“), Werte, Regeln und Ziele bestimmen. Hierbei ist es zum Beispiel für Testteams wichtig zu wissen, wie sich das Unternehmen in Bezug auf die „Erfolgstriade“ (Zeit, Kosten und Qualität) positioniert.

Gleichzeitig lassen sich nicht alle drei Dimensionen mit der gleichen Bedeutung belegen. Dieser Fall lässt sich nicht auflösen, da er eine Konfliktsituation darstellt. Also bedarf es einer Rangfolge zwischen den drei Faktoren.

Das Leitbild sollte also den wichtigsten Faktor benennen. Ob dieser nun die Kosten, die Zeit oder die Qualität darstellt, beeinflusst natürlich sehr stark die Entwicklung der fachbezogenen Regelwerke, wie beispielsweise das Qualitätsmanagement-Handbuch. Hiervon leiten sich die Teststrategien und weiterführende Testhandbücher ab.

Fehlen also entlang dieser logischen Kette einzelne Bereiche, so lässt sich keine sinnvolle Testmethodik etablieren. Zumindest würde es nicht verwundern, wenn die betreffenden Methoden die Unternehmensziele nicht optimal berücksichtigen würden.

Oft wird gerade das Unternehmensleitbild in seiner Bedeutung unterschätzt: Entweder fehlt das Dokument oder es fehlen wichtige, allgemeine Vorgaben, wie die konkrete Anwendung der „Erfolgstriade“. So wird es für Fachabteilungen schwierig, Entscheidungen zu treffen, welche auch langfristigen, strategischen Zielen optimal entsprechen.

Das könnte Sie auch interessieren

Bleiben Sie informiert:

its-people hilft Ihnen...

Weitere Blogthemen:

its-people – wir machen Ihre IT moderner,
leistungsfähiger und sicherer

Erfahren Sie bei einem persönlichen Gespräch, wie wir Sie gewinnbringend unterstützen können. Suchen Sie sich einen passenden Zeitpunkt aus. Wir melden uns. Versprochen!