CSR – Geht das bei mir?

 

Corporate Social Responsibility – nur ein Schlagwort, um das sich Konzerne oder große Unternehmen kümmern sollen, die gesellschaftskritische Infrastruktur betreiben? Oder ist das auch für kleine und mittelständische Unternehmen relevant?

Und falls ja: Ist es mit dem Spendenhinweis „statt Weihnachtskarten …“ und dem Hinweis in der Signatur „Bevor Sie diese email drucken …“ getan? Sicherlich nicht. Und überhaupt wird die Übernahme gesellschaftlicher Verantwortung allzu häufig auf die Vermarktung guter Taten, wie Spenden und Sponsoring, reduziert.

Derartige Aktivitäten sind notwendig und in den meisten Fällen auch sinnvoll. Aber „doing good“ ist bestenfalls nur ein Seite der Medaille, in der Bedeutung gegenüber der anderen Seite „fighting bad“ deutlich geringer und insgesamt nur ein Bestandteil von CSR. Wobei CSR selbst wiederum „nur“ ein Bestandteil einer Strategie zur Nachhaltigkeit ist. Noch ein Buzzword für „die Großen“?

Die Vereinten Nationen haben im Rahmen des „Global Compact“ 10 Prinzipien formuliert, in denen Unternehmen aufgefordert werden „in Ihrem Einflussbereich“ Wertesysteme in den vier Bereichen Menschenrechte, Arbeit, Umwelt und Anti-Korruption zu etablieren, zu vertreten und nachhaltig zu unterstützen.

Von den 5 Dingen, die ein Unternehmen danach tun sollte um nachhaltig zu agieren, sind alle fundamental wichtig und 3 unmittelbar dem Bereich CSR zuzuordnen:

Strengthening Society

Über den Tellerrand schauen und Maßnahmen zur Unterstützung der Gesellschaft auch außerhalb der eigenen Unternehmensgrenzen ergreifen.

Hier eröffnet sich ein weites Betätigungsfeld für Unternehmen aller Größenordnungen wie auch einzelne Mitarbeiter in Form ehrenamtlicher Tätigkeiten, Spenden, Sponsoring oder die Beteiligung an entsprechenden Programmen „in Ihrem Einflussbereich“ tätig zu werden.

Falls Ihnen noch Anregungen oder Ideen fehlen, sei auf den Artikel zum CSR-Frühstück sowie die Unterstützung von Labdoo verwiesen.

Es geht aber auch um das Thema Zivilcourage. Selbst wenn Sie Ihr Haus bestellt haben, aber nicht sicher sind, ob sich jeder in Ihrer Lieferkette genauso vorbildlich verhält, so ist die Übersendung eines CSR-Fragebogens nur ein Anfang. Übernahme von Verantwortung geht darüber hinaus.

Local Action

Im B2C-Bereich gibt es hinreichend Beispiele, wie Missstände in der Lieferkette gravierende Auswirkungen auf das lokale Geschäft haben. Wenn die Zustände in den Textilfabriken in Billiglohnländern ruchbar werden, so spüren die entsprechenden Handelsketten das hier berechtigterweise unmittelbar im Umsatz.

Gleiches gilt im B2B-Bereich: Zum „managing non-financial risks“ gehört es auch, sich vor Ort davon zu überzeugen, dass sich alle Glieder in der Lieferkette regelkonform verhalten. Bei Verstößen sind zwingend Maßnahmen zu ergreifen, notfalls bis hin zum Verzicht auf einen Lieferanten. Sonst könnte Ihr Kunde im nächsten Schritt auf Ihre Produkte und Dienstleistungen verzichten.

Prof. Dr. Nick Lin-Hi, Juniorprofessor für CSR an der Universität Mannheim, hat das in einem Interview mit der Wirtschaftswoche so formuliert: „Unternehmen sollten wissen, dass ein einziger Skandal ausreichen kann, damit die Öffentlichkeit es als unverantwortlich wahrnimmt. Wie viele gute Taten ein Unternehmen vorher vollbracht hat, interessiert dann nicht mehr. (…) Mittelständler tun viel Gutes, etwa im Rahmen von Spenden oder Sponsoring. Aber sie müssen zugleich Fehlverhalten vermeiden. Versäumen sie das, droht bei Fehlern ein Bumerang-Effekt, und die guten Taten verstärken die negativen Effekte.“

Reporting Progress

Die Jahresberichte der großen Unternehmen enthalten seit Jahren einen Abschnitt zu ihren Fortschritten und Ergebnissen im CSR-Bereich. Zunächst überwiegend geprägt durch „Positiv-Meldungen“ setzt sich in den letzten Jahren mehr und mehr die Erkenntnis durch, wie wichtig auch die aktive Kommunikation der Verhinderung negativer Verhaltensweisen und Tatbestände schon außerhalb der Unternehmensgrenzen geworden ist.

Vielen fällt das schwer, weil die entsprechenden Verhaltensweisen so in Fleisch und Blut übergegangen sind, dass man nicht darüber spricht. „Lüge nicht, betrüge nicht“ sind Grundelemente der Sozialisation im Kindesalter. Und selbst wenn man solche Verhaltensweisen bei anderen fest- und abstellt, so ist die nächste natürliche Reaktion doch eher ein „Fremdschämen“ als darüber zu berichten.

Aber, um Prof. Dr. Lin-Hi aus dem gleichen Interview nochmals zu zitieren: „Das Image von Unternehmen an sich ist so negativ besetzt, dass die Menschen schon positiv überrascht sind, wenn Fehlverhalten aktiv unterbunden wird. Für Unternehmen kann es also sinnvoll sein, gezielt zu kommunizieren, dass sie Fehlverhalten vermeiden.“

Um also zu der Eingangsfrage zurück zu kommen:

Das geht bei mir, das geht bei uns und – da geht noch was!

In diesem Sinne: freuen Sie sich auf die nächste Einladung Ihres Kunden zum Compliance-Seminar und betrachten Sie diese als Wertschätzung und Ausdruck des Willens zu einer nachhaltigen Zusammenarbeit.

[1] United Nations Global Compact, https://www.unglobalcompact.org/AboutTheGC/TheTenPrinciples/index.html https://www.unglobalcompact.org/AboutTheGC/guide_to_corporate_sustainability.html

[2] Wirtschaftswoche, Interview „Engagement mit Strategie“, http://www.wiwo.de/unternehmen/mittelstand/engagement-mit-strategie-csr-experte-luege-nicht-betruege-nicht/9680708.html

[3] Wirtschaftswoche, Interview „Engagement mit Strategie“, http://www.wiwo.de/unternehmen/mittelstand/engagement-mit-strategie-csr-experte-luege-nicht-betruege-nicht/9680708.html

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