Agile General Management

Herausforderungen und Chancen für das Management im Zuge der Digitalisierung

„In a competitive setting, it’s not technology itself that makes the difference, since the same technology is available to all firms. The key is how adroitly the firm uses the technology. The driver of sustained digital success is Agile.“ (Steve Denning, Explaining Agile, Forbes (8.9.2016))

Digitalisierung, d.h. die schnelle, exponentielle Veränderung im Bereich der Technologie stellt nur einen der Einflussfaktoren für den sich verändernden Markt dar. Der beschränkende Faktor ist die menschliche und organisatorische Anpassung, die im Vergleich zur Technologie wesentlich langsamer voranschreitet. Daraus ergeben sich Spannungsfelder für Unternehmen und ein wachsender Handlungs- und Veränderungsdruck auf das Management.

Was bedeutet Digitalisierung für das Management?

Unternehmen sehen sich vor der Herausforderung

  • operative Aufgaben und Veränderungsprojekte der Digitalisierungsagenda parallel zu steuern und zu balancieren, ohne sich in internen Projekten aufzureiben

  • eine agile Führungsmannschaft zu entwickeln, die Initiativen der Digitalisierungsagenda erfolgreich steuert und für zukünftige Anforderungen und Veränderungen gewappnet ist

  • den Managementaufwand für digitale Transformationen auf mehrere Schultern und selbständige Teams zu verteilen, ohne die Führungskräfte zu überfordern oder zu verlieren

  • vertrauensvolle Zusammenarbeit in der Organisation zu fördern, ohne die Geschäftsergebnisse zu vernachlässigen

  • die Führungskräfte fit zu machen, Entscheidungen im zunehmend volatilen und komplexen Business zu treffen, ohne den Anschluss im Markt zu verpassen

AGM als Weg für das Management

Die Lösung zur Bewältigung der Herausforderungen und damit den nachhaltigen Erfolg des Managements ist:

AGM (Agile General Management)

Das heißt, die Einführung eines agilen Managementsystems und gleichzeitig eine Weiterentwicklung der Managementkompetenzen der Führungskräfte bzgl. agiler Managementmethodik.

AGM ist ein neues Management-Paradigma, das agile Methoden und Werkzeuge, die ursprünglich für die effektive Zusammenarbeit in IT-Teams entwickelt wurden, auf den Management-Level überträgt. Diese „agilen Methoden“ bedeuten für Managementsysteme und -kulturen andere Prinzipien, Methoden, Praktiken und Tools und stellen eine radikale Alternative zum Management nach Command-and-Control dar.

Die Vorteile eines AGM-Führungsstils und Managementsystems sind:

  • flexibler und schneller auf neue Marktanforderungen reagieren zu können

  • die Herausforderungen der digitalen Transformation optimal zu bewältigen und

  • die Organisation auf einen kontinuierlichen Wandel vorzubereiten

Der HR-Chef SAP Deutschland, W. Faßnacht, sagt dazu: „Die heutige Zeit erfordert einen zeitgemäßen Führungsstil […] – mit der Digitalisierung und Industrie 4.0 – ist der coachende Stil gefragt. Führungskräfte sollten […] nicht permanent Kontrolle ausüben. Ihre künftige Stärke wird darin liegen, Lösungen „von unten“ aus dem Team Raum zu geben und Entscheidungen auf viele Schultern zu verteilen.“

Ein agiles Management-System

  • ermöglicht Führungskräften, ihre Teams effektiv bei ihrer Arbeit zu unterstützen und dabei den Überblick zu behalten

  • bietet einen Handlungsrahmen für die Führungskräfte, so dass diese effektiv agieren und konsistente Entscheidungen treffen können

  • definiert die Leitplanken für die Teams, ohne deren Gestaltungsspielraum einzuengen

  • unterstützt die Zielerreichung, ohne aufwändige Kontrollsysteme aufsetzen zu müssen

Die Chancen eines solchen agilen Managementsystems liegen in einem handlungsfähigen, abgestimmten Management-Team, das die Aufgaben und Initiativen der Digitalisierungsagenda agil und effizient steuert und flexibel auf sich ändernde Anforderungen reagieren kann. Für die Führungskräfte bedeutet dies eine persönliche Weiterentwicklung ihrer Leadership-Kompetenzen bzgl. Kooperation und Entscheidungsfähigkeit, Wahrnehmung durch ihre Mitarbeiter als Vorbild und Erweiterung ihres Verantwortungsbereichs.

Die Chance für die Unternehmen liegt darin, eine agile Managementkultur zu entwickeln, welche die Managementkultur in allen Bereichen des Unternehmens positiv beeinflusst und signifikant zur Erreichung der ambitionierten Ziele einer Digitalisierungsagenda beiträgt.

Wie wird AGM eingeführt?

Nach dem Motto „Der Weg ist das Ziel“, ist die erfolgversprechendste Vorgehensweise, das vorhandene Managementsystem gemeinsam mit dem Management-Team zu einem agilen System weiterzuentwickeln und die Führungskräfte parallel in agilen Führungsmethoden zu schulen.

Dabei helfen mentale Modelle und ein Framework, das einen Leitfaden bietet, um den Handlungsrahmen für das Management der Umsetzung einer Digitalisierungsagenda zu entwickeln. Das „di3logy AGM Framework“ ist ein Modell für ein agiles Managementsystem, das Manager eines Bereichs oder eines Unternehmens unterstützt, Leitplanken für agiles Management von Digitalisierungsinitiativen zu definieren (vgl. Abb. AGM Framework).

Bestandteil des Management-Frameworks ist u.a. eine Strategy-Map für die Digitalisierungsagenda, die kurz- und mittelfristige Ziele für die Digitalisierung festlegt und Entscheidungen auf operativer Ebene innerhalb des gesetzten Rahmens ermöglicht. Managementprinzipien leiten die Entscheidungen und Handlungen der Führungskräfte bei der Umsetzung der Digitalisierungsagenda, um eine konsistente Botschaft an Mitarbeiter und Kunden zu senden.

Agile Managementprozesse und -systeme bauen auf Delegation von Verantwortung und Entscheidungen und auf selbstorganisierte Teams, die in einem definierten Handlungsrahmen agieren und gestalten können. Dies bedeutet erhöhte Anforderungen für die Führungskräfte und die Mitarbeiter, welche die Arbeitsweise in einer agilen Organisation lernen und Kompetenzen hierfür entwickeln müssen. Ein University-Ansatz bzw. der Fokus auf Weiterentwicklung der Führungskräfte und der Mitarbeiter in fachlichen aber auch in besonderem Maße in Kompetenzen für Zusammenarbeit, Kommunikation, Führung und Entscheidungsfähigkeit ist hierbei erforderlich.

Digitalisierungsprojekte werden als Initiativen umgesetzt. Guidelines legen fest, nach welchen Prinzipien Initiativen auf- und umgesetzt werden. Um mit der permanenten Weiterentwicklung im Rahmen der Digitalisierung Schritt halten zu können, dürfen Prozesse nicht starr sein, damit Handlungs- und Gestaltungsspielräume voll ausgeschöpft werden können. An die Stelle von detailliert beschriebenen Prozessen treten Prozessprinzipien und -richtlinien.

Wie funktioniert dies nun in der Praxis?

Das AGM Framework wurde erfolgreich bei einem Software-Technologie-Unternehmen mit rund 700 Mitarbeitern und mehreren Standorten in verschiedenen Ländern angewendet. Nach einem 3-jährigen Transformations-Prozess, in dem die Organisation umgebaut und das Management umstrukturiert wurde, waren neue Managementrollen und -Teams entstanden. Das neu formierte Management-Team musste in seiner Zusammenarbeit gestärkt und auf die neue Strategie ausgerichtet werden. Die Managementsysteme und -prozesse sollten auf eine agile Führungsweise angepasst werden. Neue und gestandene Manager mussten dementsprechend ihre Leadership-Kompetenzen weiterentwickeln.

Zur Bewältigung dieser Aufgabe wurde eine Leadership-Alignment-Initiative aufgesetzt, bei der das gesamte Management-Team beteiligt war.

Die Initiative beinhaltete:

  • Workshops mit dem General Management-Team zur Kommunikation von Vision & Strategie

  • Leadership-Alignment-Workshops mit dem gesamten Management-Team zur Erarbeitung der Ausprägung des Agile Management Frameworks

  • Ausarbeitung und Umsetzung in Initiativen

  • Parallele Hands-on Leadership-Trainings und Coaching der involvierten Führungskräfte

Ergebnis der Initiative war ein unternehmensspezifisches „Agile Management Framework“:

  • Die Ergebnisse der Leadership-Workshops wurden in einem Workbook zusammengefasst

  • Alle Manager haben sich committet, die erarbeiteten Prinzipien und Prozesse anzuwenden

  • Die Führungskräfte werden in 360° Feedbacks daran gemessen, ob sie entsprechend des Workbooks handeln

  • Die weitere Umsetzung ist Thema in regelmäßigen Personalgesprächen

Der CEO des Unternehmens zeigte sich mit dem Ergebnis der AGM-Einführung sehr zufrieden:

„Die AGM-Initiative war entscheidend für den Erfolg der Transformation. Mir war wichtig, dass unsere Führungskräfte Hilfe zur Selbsthilfe erhalten. Sie haben durch die AGM-Initiative einen erheblichen Fortschritt in ihrer Leadership-Kompetenz gemacht. Ich bin froh, dass ich mich jetzt auf ein agiles General Management-Team stützen kann, das mir den Rücken freihält für die strategische Entwicklung des Geschäfts.“

di3logy

 

di3logy ist eine Marke für Management-Services
und -Tools im Bereich Digitalisierung und Partner
der enterpriser GmbH

 

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